Weser-Gepäcktour 24.08. - 31.08. 2019

Teffpunkt: Samstag, 10.00 Uhr, am Bootshaus!

Kurz und knapp begann so unsere Weser-Tour in der letzten Augustwoche mit dem Verladen der Boote und des Gepäcks am Bootshaus der Naturfreunde.

Nach kurzweiliger Fahrt ohne Staus auf der Autobahn erreichten wir, das sind Gertrud,

Gerhard, unser Fahrtenleiter Wilhelm sowie Rolf und Erich vom Skiclub, den Mündener Kanu-Club e.V. am frühen Nachmittag.

Nach Abladen der Boote, Aufbau der Zelte auf dem weitläufigen Clubgelände und Erledigung der Anmeldeformalitäten war noch etwas Zeit für eine Besichtigung der Fachwerkstadt Hannoversch Münden, wo uns das Glockenspiel am Rathaus an den legendären Wanderarzt Doktor Eisenbart erinnerte. Am Abend trafen wir Petra und Steffen, die die Tour mit ihrem Zweier schon ein paar Tage zuvor auf der Werra begonnen hatten.

Am Sonntagmorgen paddelten wir zunächst noch ein kurzes Stück auf der Fulda. Der freundliche Schleusenwärter ersparte uns das mühevolle Umtragen der Schleuse, so dass es rasch weiter gehen konnte bis zum Zusammenfluss von Werra und Fulda am Weserstein. Die Weser, genauer die Oberweser, war nun erreicht.

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Bei sommerlich heißen Temperaturen führte uns die erste Etappe unserer Tour durch das Weserbergland. Vorbei am Reinhards- und Bramwald ging es durch das hier noch relativ enge, rechts und links von Sandsteinfelsen umrahmte Wesertal. Die Besichtigung der im Jahre 1093 erbauten Stiftskirche des Klosters Bursfelde brachte etwas Abkühlung in der Mittagshitze. Unsere Fahrt ging danach weiter bis nach Bad Karlshafen, dem Ziel unserer ersten Etappe. Die Stadt wurde vom Landgrafen Carl von Hessen-Kassel 1699 erbaut und war Zufluchtsort für aus Frankreich vertriebene Hugenotten. Im Zentrum der Stadt zeugt der kleine Hafen noch von einem ehrgeizigen Bauprojekt, einen Kanal bis nach Kassel zu bauen, um so die Zölle von Hannoversch Münden zu umgehen.

In einem direkt an der Weser gelegenen Biergarten klang der erste Paddeltag bei jetzt angenehmeren Temperaturen aus.

Mussten wir uns am ersten Paddeltag die Weser noch mit mehreren Motorbootfahrern teilen, waren wir bei der zweiten Etappe am Montag nahezu alleine auf dem Wasser unterwegs. Die Tour führte uns zunächst an Beverungen und dem auf dem Berg gelegenen, von weitem sichtbaren Schloss Fürstenberg mit seiner berühmten Porzellanmanufaktur vorbei. Gerade noch rechtzeitig vor der größten Mittagshitze erreichten wir das sehenswerte mittelalterliche Kloster und den Barockpalast Corvey. In der weitläufigen, über 1200 Jahre alten Anlage, die seit 2014 Welterbe der Unesco ist, gab es ausreichend Schattenplätze für unsere Mittagsrast. Es blieb auch noch etwas Zeit für eine kurze Besichtigung.

Unseren Übernachtungsplatz in Einsen, den direkt an der Weser gelegenen, sehr gepflegten Campingplatz Weserterrasse, erreichten wir am Nachmittag. Ein Schwimmbad auf dem Campingplatz bot Gelegenheit zur Abkühlung.

Vorbei an dem Ort Polle mit seiner Burgruine, die als Wohnsitz von Aschenputtel beworben wird, ging es am Dienstag weiter nach Bodenwerder, der Stadt des Lügenbarons Münchhausen. Rechtzeitig zur Mittagszeit bot ein in Sichtweite der Kühltürme des AKW Grohnde am rechten Weserufer gelegener Biergarten ideale Bedingungen für eine Rast. Nun war es nicht mehr weit bis zu unserem nächsten Übernachtungsplatz, dem Kanu-Club Hameln. Nach Aufbau der Zelte blieb uns dort noch genügend Zeit für eine ausgiebige Besichtigung der nahgelegenen Stadt. Wir sparten hierbei auch das Rattenfängerhaus nicht aus. Seine Bezeichnung hat es von einer Inschrift, wonach (sinngemäß) ein "mit allerlei Farbe bekleidet gewesener Pfeifer " am 26. Juni 1284 130 Kinder aus der Stadt führte. Sehenswert sind auch die prächtigen Bauten der Weserrenaissance der reichen Kaufmannschaft und des Landadels aus dem 16. Jahrhundert.

Mit einer rasanten Fahrt durch die erste deutsche Bootsgasse aus dem Jahre 1959 ersparten wir uns das umständliche Umtragen des Hamelner Wehres. Zügig ging es weiter nach Rinteln.

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Diese Etappe war etwas kürzer als an den Tagen zuvor, so dass wir uns nach Ankunft am Rintelner Kanu-Club e.V. für einen ausgedehnten Spaziergang durch die sehenswerte Altstadt von Rinteln mit seiner schönen Fußgängerzone entschlossen. Nach Einkehr in einem Café auf dem Marktplatz ermöglichte uns der Kirchturm St. Nikolai einen Rundumblick von oben auf die Stadt mit ihren schönen Fachwerkhäusern. Beim Abstieg vom Turm wurden wir von einem Gewitter mit einem heftigen Regenschauer überrascht, so dass die Stadtbesichtigung von oben dann doch etwas länger dauerte als geplant.

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Blick vom Kirchturm St. Nikolai auf den Marktplatz von Rinteln

 

Ein erneutes Gewitter am Donnerstagmorgen verzögerte den Start unserer letzten Etappe um ca. 30 Minuten. Das Wetter klarte jedoch schnell wieder auf und die Temperaturen stiegen rasch wieder auf über 30º C an. Nicht nur uns wurde es langsam zu heiß, auch die Weidetiere suchten Abkühlung und hielten sich wie mehrfach gesehen in der Weser auf.

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Abkühlung gesucht und gefunden

Bei einer Rast wies die in der Ferne zu sehende Spitze des Kaiser-Wilhelm-Denkmals an der Porta Westfalica auf das nahende Ende unserer Wesertour in Minden hin. Bei der Vorbeifahrt an dem zum Andenken an den ersten Deutschen Kaiser in den Jahren 1892 bis 1896 errichteten Denkmal wurden dessen monumentale Ausmaße deutlich. Die vor drei Jahren begonnenen Sanierungsarbeiten sind inzwischen abgeschlossen, so dass wieder eine Besichtigung des sehenswerten Bauwerks möglich ist.

Nach kurzer Weiterfahrt erreichten wir bald darauf die Endstation unserer Wesertour beim Faltboot- und Skiclub Minden e.V., wo wir am Nachmittag vom Platzwart freundlich empfangen wurden.

Am Freitag teilte sich unsere Gruppe. Petra und Steffen entschlossen sich zu einer Besichtigung des Kaiser Wilhelms Denkmals. Gertrud, Wilhelm und Gerhard erkundeten Minden und schauten sich die nähere Umgebung von einem Fahrgastschiff aus an. Rolf und Erich kümmerten sich um die Auto-Rückholung und fuhren mit der Bahn zurück nach Hann. Münden.

Mit einem gemeinsamen Abendessen auf der Terrasse des Faltboot- und Skiclubs und Rückfahrt nach Karlsruhe endete schließlich unsere schöne Wesertour.

Als Resümee bleibt festzustellen, dass wir den Ruf der Weser als eines der schönsten Paddelflüsse Deutschlands sehr gerne bestätigen, zumal wir auf unserer insgesamt 204 Kilometern langen Tour vom berüchtigten Gegenwind auf der Weser verschont blieben.

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An dieser Stelle gilt besonderer Dank unserem Fahrtenleiter Wilhelm, der sich mit großem Geschick und Weitblick um die Vorbereitung und letztlich auch um die Durchführung unserer Wesertour kümmerte, und unserem Fahrer Rolf, der uns mit seinem Caddy wieder sicher nach Hause brachte.