Fronleichnams-Ausfahrt zum Bregi-Ablass und ins Wilde Bayern

Donnerstagmorgen 6 Uhr. Drei vollbepackte Autos mit 11 Paddlern und Wildwasserbooten machen sich auf in den Bregenzer Wald.
An Fronleichnam und den drei folgenden Tagen zieht es Wildwasserfans von überall her
an die Mittlere Bregenzer Ache. Punkt 10 Uhr wird an verschiedenen Kraftwerken „der
Wasserhahn aufgedreht“ der sog. Bregi-Ablass. Aus einem Rinnsal - denn seit vielen
Jahren wird das meiste Wasser zur Energiegewinnung abgeleitet - wird wieder ein
spritziger Wildbach.

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Wir genießen die wunderschöne Strecke durch den Wald, die Schwarzenbergklamm, das grüne Tal mit dem horizontalen Felsband hoch oben. Zumindest immer dann, wenn die flotte Strecke mit ihrer kräftigen Strömung, den teils heftigen Schwällen und Walzen, leichten Verblockungen und Kurven es zulässt.

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Abends auf der Fahrt quer durch die Berge ins wilde Bayern zu unserem Quartier für die nächsten Nächte Gewitter, heftiger Regen, Hagel und Nebel. Auf der herrlichen
Campingwiese des Naturfreundehauses Saulgrub suchen wir ein halbwegs trockenes
Plätzchen für unsere Zelte und werden von Kuhglocken in den Schlaf begleitet.

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Am Freitag Sonne, als wär nichts gewesen. Die Obere Ammer liegt vor der Haustür: gleich zu Anfang eine Schlüsselstelle, die Scheibum, sozusagen zum Wachwerden; dann 12 wunderschöne WW-Kilometer Schwierigkeit II–III durch Landschaftsschutzgebiet und fast nur mit dem Boot zugänglich; vorbei an den traumhaft schönen Schleierfällen; hoch über uns Brücken und Felsen; viele flotte Schwälle, scharfe Kehrwässer, eine spritzige Bootsrutsche. Viel zu schnell ist die Fahrt zu Ende, und Grill und Lagerfeuer warten auf uns.

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Samstag gehts über Garmisch-Partenkirchen nach Scharnitz. Das Paddeltaxi wartet schon auf uns, denn die Strecke ins Hinterautal ist für den allgemeinen Verkehr gesperrt. Am oberen Heustadel rutschen wir mit den Booten in die glasklare, türkisblaue und sehr schnell fließende Oberste Isar. Viele weiße Wellen lassen die vielen Steine im Wasser erahnen.

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Immer wieder verblockte, etwas wuchtige Gefällstrecken, enge Kurven, Bäume
im Wasser, kräftige Schwälle und Walzen … kleine Herausforderungen für so manche(n) von uns. Langsam wird das Tal immer enger und bewaldeter; dann eine traumhaft schöne Felsschlucht. Danach wird die Isar wieder breiter und windet sich zwischen Kiesbänken gen Zivilisation. Nach 9 spannenden Kilometern sind wir wieder in Scharnitz. Abends dann Bayern pur: der Burschenverein Saulgrub spielt auf, ein riesiges Feuer lodert, das Bier fließt …Sonntag auf der Heimfahrt noch die Untere Ammer … leichtes Wildwasser durch ein schönes Waldtal. Genuss pur nach den letzten Tagen, und die Sonne lacht.

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Ein ganz dickes Danke an Steffen für diese tollen Tage. Und auch an das LTE-Rettungsund Bergungsteam (den Paddler-Nachwuchs der NF Karlsruhe), das immer zur Stelle war, wenn Hilfe benötigt wurde oder auch mal ein Dummy zum Vorfahren!